Während der rund 75-minütigen Veranstaltung setzte das Evangelische Jugendwerk durch wechselnde Beleuchtung immer wieder optische Akzente im Kirchenraum, das Immanuel-Technikteam sorgte für den optimalen Klang. Fotos: Stefan Maurus / Gemeinschaft Immanuel

1.800 Menschen in der Evangelischen Stadtkirche

Die Premiere des Ravensburger Weihnachtssingens ist gelungen: Mehr als 1.800 Menschen aller Generationen strömten am Samstag, 20. Dezember, in die Evangelische Stadtkirche am Ravensburger Marienplatz. Die Sitzplätze waren schon eine halbe Stunde vor Beginn belegt, die Stehplätze dann eine Viertelstunde vorher. Nicht wenige mussten draußen vor offenen Kirchentüren verharren.

Über 10.000 Euro für Kinder in Not gesammelt

Die Besucherinnen und Besucher kamen nicht zum Zuhören, sondern zum Mitsingen: 18 deutschsprachige Advents- und Weihnachtslieder standen auf dem Programm. Und die 1.500 Liederhefte waren rasch vergriffen. An dem Abend wurden über 10.000 Euro für Kinder in Not gesammelt:

OB Rapp: Musik und Singen verbinden Menschen

Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp zeigte sich als Schirmherr zu Beginn erfreut, dass die alten traditionellen deutschen Advents- und Weihnachtslieder erklingen, höre man doch auf Weihnachtsmärkten oder im Radio oft nur „Last Christmas“ und Co. Das Motto des Abends könne angelehnt an eines der Weihnachtslieder lauten: „Es kommt ein volles Kirchenschiff geladen …“, zeigte er sich begeistert von der übervollen Kirche. Musik und Singen verbinden Menschen unabhängig von Herkunft, Glauben und Alter. Rapp dankte den zahlreichen beteiligten Gruppen mit ihren rund 200 Akteuren sowie besonders dem Initiator des Abends, Matthias Schyra von der Lobpreiswerkstatt der Gemeinschaft Immanuel. Er wünschte zudem allen, dass sie an Weihnachten erfahren, dass Gott mit „seinem Segen einkehrt in jedes Haus“.

Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp eröffnete als Schirmherrr das Weihnachtssingen.
Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp eröffnete als Schirmherrr das Weihnachtssingen.

Weihnachtslieder spenden Wärme, Trost und Geborgenheit

Matthias Schyra ging in seinem Begrüßungs-Impuls auf das Besondere der Weihnachtszeit und der alten Weihnachtslieder ein, die Wärme, Trost und Geborgenheit schenken und uns miteinander verbinden – gerade in einer Zeit immer stärkerer Polarisierung. Er lud alle zum Mitsingen ein, denn viele Studien bestätigten: „Singen macht glücklich und ist gesund“.

Über 200 Mitwirkende aller Generationen

Veranstaltet wurde das Weihnachtssingen von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Ravensburg, der katholischen und evangelischen Kirche in der Stadt, der Gemeinschaft Immanuel zusammen mit den Kooperationspartnern Musikschule Ravensburg und Stadt Ravensburg. Unter den insgesamt rund 200 Mitwirkenden waren u. a. Turmbläser des Stadtorchesters Ravensburg, Kantorei der Stadtkirche, Gospelchor Unity, ökumenischer Kinderchor, Kinderchor, Jugendchor und Frauenchor der Musikschule Ravensburg e. V., die Heilignachtsänger, Conny Bader, Singer-Songwriter Peter Pux und die Immanuel Lobpreiswerkstatt.

Rund 200 Mitwirkende aus Chören und Bands waren beteiligt.
Rund 200 Mitwirkende aus Chören und Bands waren beteiligt.

Sie leiteten abwechselnd die Anwesenden beim Singen der Lieder an und ergänzten sich stimmlich, instrumental und stilistisch. Der Bogen wurde gespannt von „Wir sagen euch an den lieben Advent“ und „Macht hoch die Tür“, mit dem die Turmbläser den Abend feierlich eröffneten, bis zum neuen Adventslied „Jesus, komm!“, komponiert von Matthias Schyra, sorgte bei vielen Besuchern für Gänsehaut. „Ihr Kinderlein kommet“ war das passende Stück für die jungen Stimmen des ökumenischen Kinderchors. Aus der gleichen Generation stimmte der Kinderchor der Musikschule mit „Süßer die Glocken“ ein.

Erwachsene sollten wie Kinder staunen und im Moment leben

Pastoralreferent Dr. Michael Schindler ging in seinem Kurzimpuls darauf ein, indem er auf das Jesus-Wort „Werdet wie die Kinder“ hinwies. Erwachsene sollten nicht nur an Weihnachten ihr kindliches Herz entdecken, neu lernen, im Augenblick zu leben, zu staunen und dankbar zu sein. Der evangelische Dekan Dr. Martin Hauff, knüpfte ans Lied „Maria durch ein Dornwald ging“ an: Das menschliche Leben sei immer wieder gefährdet und brauche das „Erbarmen Gottes“. Alexandra Spohn von der Gemeinschaft Immanuel brachte die Sehnsucht zum Ausdruck, dass eine zerrissene Welt etwas Helles wie die Botschaft von Weihnachten erfahre.

Finale mit Orgel, Bläsern, Band und 1.800 Sängern

Akustisch gab es ein großes Finale mit allen Beteiligten: zuerst „Fröhliche Weihnacht überall“ mit Band, Orgel und Bläsern, und als festlicher Höhepunkt „Tochter Zion“ mit Orgel, Bläser und dem Chor aus fast 1.800 Stimmen. Während der rund 75-minütigen Veranstaltung setzte das Evangelische Jugendwerk durch wechselnde Beleuchtung immer wieder optische Akzente im Kirchenraum.

Ein bewegender Abend – Neuauflage gewünscht

Die Besucher zeigten sich einhellig begeistert und wünschten sich eine Fortsetzung. Der Abend habe die Herzen bewegt: „ein gelungener Auftakt für die Weihnachtstage“. Auch die meisten teilnehmenden Gruppen haben schon zurückgemeldet, dass sie sehr gerne bei einer Neuauflage dabei wären.

Der Reinerlös geht zu gleichen Teilen an das Projekt Winterschuhe der Sonja-Reischmann-Stiftung für Kinder in Not und an die Kindernachsorge Ravensburg. Bei freiem Eintritt wurden die Unkosten weitgehend durch die Sponsor-Partner Ravensburger AG, OEW Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke, Kreissparkasse Ravensburg und Roundtable No37 Ravensburg getragen.